Hitzeschutz im Sommer

Überhitzte Räume im Sommer werden schnell zur Belastung. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert deshalb nicht nur eine gute Gebäudedämmung im Winter, sondern auch verbindliche Nachweise für den sommerlichen Wärmeschutz. Insbesondere Dachflächen können sich im Sommer auf über 80 °C aufheizen. Hohe Raumtemperaturen in der Dachwohnung lassen sich auch über Nacht kaum noch ablüften.

Fragen und Antworten zum sommerlichen Hitzeschutz unterm Dach

Was macht Wärmeschutz im Sommer zu einem wichtigen Thema?

Aktuelle Trends in der zeitgenössischen Architektur wie z. B. ein höherer Glasanteil in der Gebäudehülle und eine zunehmende Tendenz zur Holz- und damit auch zur Leichtbauweise tragen dazu bei, dass das Verhalten von Gebäuden bei sommerlicher Hitze immer mehr in den Fokus rückt. Insbesondere Dachflächen können sich an heißen Sommertagen stark aufheizen. Die Kühlung der Dachwohnung über Klimageräte verbraucht viel Energie und ist teuer. Der Hitzeschutz sollte daher bei einer Dachsanierung berücksichtigt werden.

Gibt es hierzulande unterschiedliche sommerliche Klimaregionen?

Die Mittelgebirgsregionen zählen zur Sommerklimaregion A und werden oft als "sommerkühl" beschrieben. Als "gemäßigt" gelten z. B. die Städte Berlin, Hamburg, Erfurt oder München in der Sommerklimaregion B und als "sommerheiß" zählen Flussniederungen wie z. B. das Rheintal in der Sommerklimaregion C. In Abhängigkeit von den Sommerklimaregionen legt die DIN 4108-3 fest, wie hoch die Innentemperaturen in Wohngebäuden sein dürfen.

Was bietet genügend Schutz vor Hitze?

Zu den maßgeblichen Einflussfaktoren des sommerlichen Wärmeschutzes zählen Ausrichtung, Größe und Art der Fenster sowie außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen, Raumlüftung, speicherfähige Massen der Gebäudeinnenbauteile sowie eine energieeffiziente Gebäudehülle mit niedrigen U-Werten (Wärmedurchgangskoeffizient). Je niedriger der U-Wert , umso geringer die Wärmemenge, die im Sommer über ein Bauteil in den Innenraum gelangt. Eine wirksam gedämmte Gebäudehülle spart zu jeder Jahreszeit Energie.

Fakten-Check zum sommerlichen Wärmeschutz

  • Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert einen verbindlichen Nachweis für den sommerlichen Wärmeschutz. Die Nachweisführung kann mit dem vereinfachten Sonneneintragskennwertverfahren oder mit einer dynamisch-thermischen Simulationsrechnung erfolgen.
  • Die DIN 4108-2 legt in Abhängigkeit von Sommerklimaregionen fest, wie hoch die operativen Innentemperaturen in Wohngebäuden sein dürfen.
  • Architekten, Planer oder ausführende Handwerker tragen die Verantwortung für die fachgerechte Planung der Sanierung.
  • Außenliegender Sonnenschutz an Fenstern und Dachgauben halten direkte Sonnenstrahlen ab.
  • Massive Wände, Decken und Fußböden speichern Wärme, die durch Lüften nachts und frühmorgens abgeführt wird.
  • PU-Hochleistungsdämmstoffe haben einen hohen Wärmewiderstand und dämmen den Wärmeeintrag von außen nach innen während der heißen Stunden ein. Sie tragen dazu bei, dass sich die Aufheizung der Innenräume verringert.
  • Die Wahl der Dämmstoffart spielt in Bezug auf den sommerlichen Wärmeschutz kaum eine Rolle.
  • Mit der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder im Zuge der Umsetzung von Einzelmaßnahmen können Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz gefördert werden.

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