Gute Innenraumluftqualität ist wichtig für ein gutes Raumklima

Die meisten Menschen verbringen viel Zeit in geschlossenen Räumen – z. B. zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Auto. Deshalb ist es wichtig, auf eine gesunde Innenraumluftqualität zu achten. Sie wirkt sich direkt auf das Wohlbefinden aus. Was man über gesünderes Wohnen und gutes Raumklima wissen sollte, haben wir hier zusammengefasst.

Frische Luft ist für ein gutes Raumklima wichtig. Doch lüften will gelernt sein!

„Richtiges Lüften“ ist vor allem bei Wohngebäuden ohne Wohnraumlüftungsanlage wichtig. Je nach Aktivität gibt ein Bewohner pro Stunde zwischen 45 g und 170 g Feuchte an die Umgebungsluft ab. Addiert man in einem Vierpersonenhaushalt noch das Duschen und Kochen hinzu, kommen pro Tag rund 10 bis 15 Liter Wasser zusammen, die als Wasserdampf an die Raumluft abgegeben werden.

Diese feuchtwarme Raumluft muss regelmäßig durch trockene Außenluft ersetzt werden. Bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft im Raum, ist nicht nur die Luft schlecht. Schimmelpilzbefall kann zu Reizerscheinungen im Atemwegsbereich und zu allergischen Reaktionen führen.

Maßnahmen, die das Lüftungsverhalten verbessern

  • Kein Dauerlüften mit gekippten Fenstern. Damit in kurzer Zeit viel Luft ausgetauscht wird, Fenster ganz öffnen.
  • Aus hygienischen Gründen mehrmals am Tag kurz lüften.
  • Querlüften, d. h. gegenüberliegende Fenster und Türen ist ideal, um die Luft in kurzer Zeit energiesparend auszutauschen.
  • Falls kein Fenster vorhanden ist, Feuchte aus Bad- oder Duschräumen durch einen Ventilator mit Nachlauf abführen.
  • Im Winter ist ausreichender Luftwechsel bei abgestellter Heizung wichtig. Je kälter es draußen ist, desto weniger Feuchte kann die Luft aufnehmen. Strömt kalte und trockene Außenluft in den Raum, verringert sich dort die relative Luftfeuchte.
  • Kellerlüften in der warmen Jahreszeit kann zu einer Kondensation an den kalten Kellerwänden führen.

Schadstoffe im Innenraum sind belastend und stören das Wohlbefinden

Mangelnde Luftqualität kann krank machen und verschlechtert das Raumklima spürbar! Die Reaktion auf Schadstoffe ist individuell verschieden. Sie reicht von Reizungen der Augen oder des Rachens, über Kopfschmerzen bis zu Konzentrationsschwierigkeiten. Emissionsarme Einrichtungsgegenstände, Baustoffe und Dämmstoffe sowie regelmäßiges Lüften verbessern die Raumluftqualität.

Wohnkomfort und Energieeffizienz sind planbar

Nachhaltige Gebäude stehen für ein angenehmeres Wohn- und Arbeitsumfeld. In der Gebäudeplanung müssen dabei nicht nur die Anforderungen an Energieeffizienz erfüllt, sondern auch in Einklang mit einem gesunden Raumklima gebracht werden. Die energieeffiziente Bauweise mit einer luftdichten Gebäudehülle erfordert neben emissionsarmen Baustoffen ein Umdenken im Lüftungsverhalten und technische Lüftungskonzepte, die flexibel geplant werden können.

Faktoren aus der Bauphysik beeinflussen das Raumklima

Ob man sich in einem Raum wohl fühlt, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der Raumlufttemperatur, der Luftbewegung oder der Luftfeuchte. Experten sprechen hier von der „thermischen Behaglichkeit“.

Wohnkomfort bedeutet ein angenehmes Raumklima im Winter wie im Sommer. Entscheidend für die Wohnbehaglichkeit ist jedoch nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch die Oberflächentemperatur der umgebenden Bauteilflächen. 

Gesundheitliche Bewertung von Dämmstoffen

Die Bauproduktenverordnung (BauPVO) regelt, wie Bauprodukte, d. h. auch Dämmstoffe auf den Markt und deren technische Produkteigenschaften angegeben werden. Sie bewertet Dämmstoffe auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt und Hygiene. Im eingebauten Zustand dürfen sie keine gesundheitsschädlichen Stoffe an den Innenraum sowie an Boden oder Grundwasser abgeben.

Der Ausschuss für die gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat ein Verfahren entwickelt, das die Freisetzung flüchtiger Stoffe misst und die Gesundheitsverträglichkeit von Bauprodukten einheitlich und objektiv bewertet.
Weitere Informationen über das AgBB-Bewertungsschema finden Sie auf der Website des UBA - Umweltbundesamt.

Das Umweltzeichen „pure life“

Unklare Herstellerangaben machen es oft schwierig, emissions- und schadstoffarme Dämmstoffe zu identifizieren. Klarheit bieten hier Umweltzeichen wie das „pure life“-Siegel. Es sorgt für mehr Sicherheit bei der Gebäudeplanung und bei der Verwendung von geeigneten Dämmprodukten. PU-Dämmstoffe, die das Umweltzeichen „pure life“ tragen, erfüllen die sehr strengen stofflichen Kriterien und Emissionsanforderungen des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung – bekannt unter dem Namen Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) – an die Innenraumluftqualität und sind gesundheitlich unbedenklich.

Polyurethan ist ein besonders gesundheitsverträglicher und nachhaltiger Kunststoff, der sich seit Jahren als hochwertige Wärmedämmung bewährt. Deswegen wird Polyurethan auch als Bindemittel für formaldehydfreie, gesundheitsverträgliche Holzwerkstoffe eingesetzt.

Anforderungen des pure life-Zeichens

Zu den Anforderungen für die Vergabe des pure life-Zeichens gehört, dass bei der Herstellung der PU-Dämmprodukte diese Stoffe ausgeschlossen sind:

  • Rohstoffe, die als krebserzeugend, fortpflanzungsgefährdend, fruchtschädigend oder erbgutverändernd eingestuft sind,
  • halogenhaltige Treibmittel wie HFKW,
  • Phthalate als Weichmacher,
  • Flammschutzmittel wie HBCD oder TCEP.

Der Prüfstandard WKI-PS-EPUD-001 orientiert sich an den einschlägigen normativen und gesetzlichen Anforderungen in Deutschland, Frankreich und Belgien, sowie an den Emissionsgrenzwerten des Zeichens "Blauer Engel".

Kriterien für die freiwillige Zertifizierung

Der Prüfstandard WKI-PS-EPUD-001 des Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Instituts (WKI) legt das Verfahren der Überwachung, Prüfung und Zertifizierung fest und bildet die Grundlage für die Vergabe des Umweltsiegels "pure life". Die Dämmstoffhersteller lassen ihre werkseigene Produktionskontrolle jährlich überwachen. Die Dämmstoffentnahme für die Emissionsuntersuchung erfolgt durch unabhängige, akkreditierte Prüfinstitute. Das Emissionsverhalten der entnommenen PU-Dämmprodukte wird beim WKI nach dem europäisch genormten Prüfverfahren DIN CEN/TS 16516 geprüft.

Zertifizierte PU-Dämmprodukte

Diese PU-Dämmstoffprodukte mit dem pure life-Siegel sind emissionsgeprüft und zertifiziert. WKI-Liste Zertifizierte PU-Dämmprodukte mit pure life Zeichen